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18.04.2019

Friedensarbeit an der Graswurzel - Erfahrungen aus Burundi

Thomas Mecha arbeitete drei Jahre lang als Friedensfachkraft im ländlichen Burundi für die kirchliche Friedensorganisation CDJP-Bururi. Gemeinsam mit seinen burundischen Kollegen vor Ort etablierte er neue Methoden der Friedensarbeit, um soziale Konflikte nachhaltig zu lösen.


Am 26. Mai 2019 sind wir zur Europawahl aufgerufen. Die katholische Friedensbewegung pax christi-Basisgruppe Paderborn nimmt dies zum Anlass, sich mit dem Thema Europa zu beschäftigen. Abschottungstendenzen und bereits verfestigte Abgrenzungen gerade gegenüber dem afrikanischen Kontinent werden thematisiert.

Im Rahmen dieser Idee lud die pax christi Basisgruppe in Kooperation mit dem Bildungshaus Liborianum am 05. April 2019 zu einem Vortrag mit anschließender Diskussion in die Katholische Familien- und Erwachsenenbildungsstätte ein.

Im zentralafrikanischen Burundi leben ca. 12 Millionen Menschen. Während 1990 noch 220 Menschen auf einem Quadratkilometer verteilt wohnten, sind es heute fast doppelt so viele, die vom Ertrag der immer kleiner werdenden Ackerflächen abhängig sind. Dies führt nicht nur zu Nahrungsmittelknappheit, sondern birgt auch Konfliktpotenzial. Der Streit um Land spielt sich meistens innerhalb von Familien ab. Wenn Land vererbt wird, kämpfen die Erben teilweise erbittert darum. Mitunter auch mit Gewalt, die manchmal bis hin zum Mord eskaliert.

In dem Vortrag von Thomas Mecha wurden zunächst anhand von Beispielen die Ursachen von Landkonflikten beleuchtet. Darauf aufbauend stellte der Referent die verschiedenen Lösungsansätze vor, mit der die CDJP-Bururi arbeitet:

Mediatoren ermöglichen Dialog

Eine Alternative zu gewalttätigen Auseinandersetzungen oder jahrelangem Rechtsstreit bieten die Mediatoren der CDJP Bururi (Commission Diocésaine Justice et Paix Bururi/Burundi; Kommission für Gerechtigkeit und Frieden in der Diözese Bururi). Ihr Mediationsdienst ist kostenlos und kann von allen wahrgenommen werden, unabhängig von religiöser Zugehörigkeit. Wenn die Konfliktparteien eine Mediation akzeptieren, schaffen sie einen Raum, in dem beide ihre Perspektiven und Bedürfnisse darstellen. So kann der Dialog zwischen beiden wiederhergestellt werden. Die Mediatoren helfen ihnen dabei, selbst eine Lösung zu entwickeln, die alle Bedürfnisse berücksichtigt und die Rechte aller Beteiligten respektiert.

In der Diözese Bururi mit ihren 22 Gemeinden und 1.400 Basisgemeinden gibt es ein weites Netzwerk an Ehrenamtlichen. Dieses große Friedenspotenzial will die CDJP Bururi nutzen. Sie stärkt die Ehrenamtlichen zum Beispiel durch Fortbildungen zu Mediation und Landrecht und berät sie in komplizierten Fällen. Zudem tauscht sie sich mit ihnen regelmäßig aus und erfährt, wo die Mediatoren erfolgreich in Konflikten vermitteln konnten.

Elemente der Friedensarbeit sind zudem Projekte der Friedensbildung in Schulen, Theater-Workshops zur Konfliktbewältigung, das Projekt Friedens-Radio.

Dem Vortrag folgte eine offene Diskussion, in der auch Möglichkeiten und Grenzen von zivilgesellschaftlicher Friedensarbeit beleuchtet wurden.

Im Bild von links: Dr. Werner Sosna (Liborianum), Thomas Mecha (Friedensfachkraft), Manfred Jäger (pax christi-Basisgruppe Paderborn)

Thomas Mecha hat Friedens- und Konfliktforschung in Marburg und Accra studiert. Von 2015 bis 2018 unterstützte er als Trainer und Berater die lokale Friedensarbeit der CDJP-Bururi. Er wurde von der Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe e.V. über den Zivilen Friedendienst (ZFD) nach Burundi entsandt.

Textelemente entnommen am 10.04.2019 aus:

https://www.ageh.de/infothek/publikationen/contacts/2016/contacts-32016-landkonflikte/wem-gehoert-das-land.html

 

Autor: Thomas Mecha

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