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PaxPostPB 03/2018Die dritte Ausgabe 2018 der PaxPostPB ist erschienen. Das Mitteilungsblatt der Bistumsstelle wurde an alle Mitglieder verschickt und kann auch als PDF-Datei heruntergeladen werden.

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16.09.2013

Aktionskreis Freie Senne fordert Schadstoffkataster

Militärische Nutzung der Senne und Naturschutz – wie passt das zusammen? Gar nicht, ist sich Dr. Dietmar Barkowski vom Bielefelder Institut für Umweltanalyse sicher. Er referierte beim Aktionskreis Freie Senne, einem Zusammenschluss von Naturschützern, Senne-Anrainern und Kriegsgegnern.


Militärische Nutzung der Senne und Naturschutz – wie passt das zusammen? Gar nicht, ist sich Dr. Dietmar Barkowski vom Bielefelder Institut für Umweltanalyse sicher. Der Chemiker und IHK-geprüfte Sachverständige für Altlast und Bodenverschmutzung misst und beurteilt seit über dreißig Jahren die Schadstoffbelastungen an militärischen Standorten im Bundesgebiet. Er referierte beim Aktionskreis Freie Senne, einem Zusammenschluss von Naturschützern, Senne-Anrainern und Kriegsgegnern.

Auszuschließen sei, so Barkowski, dass eine systematische Untersuchung des Truppenübungsplatzes Senne auf giftige Rückstände bislang stattgefunden habe. "Eine solche qualifizierte Analyse findet frühestens nach einer Stilllegung statt." Im Blick hat Barkowski insbesondere erhöhte Giftkonzentrationen (in Form so genannter "nitrierter Aromaten") durch den Einsatz von Explosivstoffen wie TNT oder Hexogen, deren krebserregende Hinterlassenschaften sich noch nach Jahrzehnten feststellen ließen. Betroffen seien das Wasser aber zum Beispiel auch das Jagdwild. Hinzu kämen Belastungen durch Eintragungen von Blei, Quecksilber und Phosphor sowie durch den möglichen Einsatz von Munition mit abgereichertem Uran, wie sie im Jugoslawien- und Irak-Krieg zum Einsatz gekommen sei. "Aber wie gelangen wir an geeignete Proben, insbesondere im Bereich der Schießplätze und -bahnen, solang die gesetzliche Grundlage dafür fehlt?", fragte Barkowki.

Im Aktionskreis war man sich einig, dass schnellst möglich ein Schadstoff-Kataster aufgestellt werden müsse, eine Forderung, der sich auch Barkowski anschloss. In der aktuellen Ausgabe der vom Aktionskreis herausgegebenen Zeitung Unsere Senne sind 22 mögliche Standorte benannt, von denen besondere Gefahren für Mensch und Natur ausgehen könnten. Dr. Peter Witte, Sprecher des Aktionskreises, sieht in der eigenen Recherche, die vor allem der Bad Lippspringer Ratsherr und Senneexperte Bernhard Krewet unternommen hat, einen Ausgangspunkt für ein zu erstellendes Kataster. "Nur auf diese Weise lässt sich eine aussagekräftige Untersuchung bewerkstelligen", betonte Witte.

Ob auch das Grundwasser im Senne-Gebiet durch Schadstoffe belastet ist, musste eine offene Frage bleiben. Der Schlänger FDP-Ratsherr Ralph Gerdes, der an diesem Abend Besuch beim Aktionskreis machte, stellte in Aussicht, einen entsprechenden Prüfantrag in den Gemeinderat einzubringen. Ein Vorgehen, dem sich auch andere Senne-Anrainerkommunen anschließen könnten.

Im Bild von links fordern Dr Barkowski, Bielefelder Institut für Umweltanalyse und Dr. Peter Witte, Aktionskreis Freie Senne, ein Schadstoffkataster für den Truppenübungsplatz Senne.

- Pressebericht von Carsten Schmitt, Aktionskreis Freie Senne -

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