• Menschen machen Frieden
 

Nachrichten

PaxPostPB 03/2018Die dritte Ausgabe 2018 der PaxPostPB ist erschienen. Das Mitteilungsblatt der Bistumsstelle wurde an alle Mitglieder verschickt und kann auch als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Veranstaltungen

Sa 17.11.2018,
09:30 - 17:00 UhrFrieden - geht doch!

06.05.2013: Bundeswehr und Drohnen

Offener Brief an den Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière

Die Dortmunder Friedensgruppe Christinnen und Christen für den Frieden wendet sich in einem Brief an den Bundesverteidigungsminister gegen die Ausrüstung der Bundeswehr mit Drohnen.

Herrn Bundesverteidigungsminister
Thomas de Maizière
Bundesministerium der Verteidigung
Stauffenbergstr. 18
10785 Berlin

 

Sehr geehrter Herr Minister,

im Namen unserer ökumenischen Friedensgruppe „Christinnen und Christen für den Frieden Dortmund“ wende ich mich an Sie angesichts der Pläne des Verteidigungsministeriums, die Bundeswehr mit bewaffneten Drohnen auszurüsten.

Von unserem Traum nach dem Ende des kalten Krieges, dass durch die Konversion der Rüstungsindustrie und die Abschaffung der Bundeswehr die Bundesrepublik Deutschland ein friedliebendes Gesicht erhalten würde, entsprechend dem nach dem letzten Krieg von vielen benutzten Schlagwort „Nie wieder Krieg“, ist leider nichts übrig geblieben.
Nicht nur ist die BRD der Welt drittgrößter Waffenexporteur geworden - die Kleinwaffen von Heckler & Koch spielen da eine unrühmliche Rolle bei der Tötung von Zivilisten, besonders Kindern - , nicht nur lagern in Büchel immer noch Atomsprengköpfe, obwohl die Bundesregierung beschlossen hatte, sie abzuziehen, nicht nur verkauft die Bundesregierung Leopard II-Panzer nach Saudi-Arabien, eine ausgewiesene Krisenregion, also gegen alle Regeln des Exportwaffenkontrollgesetzes, jetzt wollen Sie auch noch eine ganz neue Waffengattung, die bewaffneten Drohnen einführen und damit die Militarisierung weiter voran treiben.

Drohnen zu Aufklärungszwecken sind eine ganz andere Sache als bewaffnete Drohnen. Zwar schaut auch der Pilot, der eine Bombe ausklinkt, seinem Gegner nicht mehr ins Auge. Aber hier ist jede Einschätzung der aktuellen Situation durch die Entfernung unmöglich gemacht, die Lage des Soldaten am Knopf ist nicht unterscheidbar von einer Simulation. Wie ist da Verantwortungsübernahme noch möglich? Hier müssen wirklich „blind“ Befehle ausgeführt werden. Die zufällige Tötung von unbeteiligten Zivilisten ist praktisch vorprogrammiert.

Und das amerikanische Beispiel der gezielten Tötung von Terroristen lässt einen schaudern. Das ist Mord. Auch ein Terrorist ist ein Mensch und hat einen Anspruch auf ein Rechtsverfahren. Schon immer hat es auch in Kriegszeiten Kriegsgerichtshöfe gegeben. Wir wollen der Bundeswehr solche Absichten nicht unterstellen, aber der Besitz solcher Instrumente angesichts der internationalen Terrorhysterie macht Angst. Wir werden den Terror nicht militärisch besiegen. Das zeigt doch das Beispiel Afghanistan ganz deutlich. Militäraktionen führen in der heutigen Situation nur zur Eskalation, niemals dienen sie der Deeskalation oder gar der Befriedung.

Wir bitten Sie also sehr dringlich, die Entscheidung für bewaffnete Drohnen noch einmal zu überdenken und die schon laufenden Planungen rückgängig zu machen. Statt in Israel schon  über die Bewaffnung der Drohne „Heron“ mit dem Ziel der Beschaffung für die Bundeswehr zu verhandeln, sollte das Verteidigungsministerium eine öffentliche politische  Diskussion in der Bundesrepublik darüber führen.

Mit freundlichen Grüßen       

Ute Guckes

Dortmund, den 21.04.2013

zurück zurück